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andrepitz.de - Feuilleton & Firlefanz 🖖 bioletterboxdlast.fmblueskyinstagramb-seitetagsarchivrssnoticeseverything/nothingdatenschutzerklärungimpressum Gesehen: Occupied City (2023) André Pitz „OCCUPIED CITY | Official Trailer | Now Streaming on MUBI“ von YouTube anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube. Inhalt von YouTube immer anzeigen „OCCUPIED CITY | Official Trailer | Now Streaming on MUBI“ direkt öffnen NL/GB/US, R: Steve McQueen, Wikipedia Für mich hat sich OCCUPIED CITY als überaus produktives Arrangement entpuppt. Den Bildern, die Steve McQueen hier sucht und findet, haftet etwas sehr Direct-Cinema-artiges à la Frederick Wiseman an. Gleichzeitig mittendrin, aber eben auch die nicht weiter beachtete Fliege an der Wand. Die Kamera, ihre Positionierung und Bewegung machen aus OCCUPIED CITY gewissermaßen eine Gespenstergeschichte. Die Kamera ist böser und mahnender Geist zugleich, der ein Tor zwischen Vergangenheit (in Form von Bianca Stigters Text) und Gegenwart (Steve McQueens Bilder) öffnet. Daraus produziert der Film eine ganze Reihe von Irritationen, die jedoch letztlich die aufgestoßenen Denkräume klug erweitern. Waren etwa die Grundrechtseinschränkungen zu Beginn der Corona-Pandemie vergleichbar mit der eisernen Hand der Nazis während der Besatzung Amsterdams? Natürlich nicht. Aber die Verschränkung dieser beiden Momente der jüngeren Geschichte Europas lässt uns über die Kontinuitätslinien des Autoritären und deren Grenzen nachdenken. McQueen geht es hier klar nicht um Gleichsetzung, sondern um Kontrastierung – und die gelingt ihm für meine Begriffe wirklich gut. 13. Oktober 2024 Filme & Serien Gesehen: Ghostbusters: Frozen Empire (2024) André Pitz „GHOSTBUSTERS: FROZEN EMPIRE – Official Trailer (HD)“ von YouTube anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube. Inhalt von YouTube immer anzeigen „GHOSTBUSTERS: FROZEN EMPIRE – Official Trailer (HD)“ direkt öffnen US, R: Gil Kenan, D: Mckenna Grace, Paul Rudd, Carrie Coon, Finn Wolfhard, Dan Aykroyd, Kumail Nanjiani, Patton Oswalt, Celeste O’Connor, Logan Kim, Emily Alyn Lind, James Acaster, Bill Murray, Ernie Hudson, Annie Potts, William Atherton, Wikipedia Um direkt die offensichtlichen Wortwitze aus dem Weg zu schaffen: Der Film hat mich komplett kaltgelassen und ging mir gleichzeitig unfassbar auf den Geist. Es ist wahnsinnig uninspiriert und ermüdend, dass dieser Film ein Film für alle sein will und deshalb ein Film für niemanden ist. Aber die Ghostbusters von damals™, die neue Familiendynamik und eine Handvoll quirky Nebenfiguren mit all ihren Eigenheiten unter einen Hut zu bekommen, ist ein aussichtsloses Unterfangen. Das Festhalten an der alten Dynamik hat sich überholt. Die PG-13-Familie, für die „what the fudge“ gesagt wird und in der Carrie Coon und Paul Rudd eine eher freundschaftliche als von gegenseitiger Anziehung geprägte Beziehung führen, wirkt angesichts dessen total deplatziert, dass die quirky Nebenfiguren dann Witze über einen „cool sex dungeon“ machen. Die Bilder sind ein einziger großer Callback zu Ivan Reitmans Filmen und damit ein unendlich schwerer Klotz am Bein. So bleibt dem Film nichts anderes übrig, als auf der Stelle zu treten. An Vorwärtsmomentum ist einfach nicht zu denken. Es gibt keine Vision, nur ein verwässertes Erbe, das offenbar einfach nicht losgelassen werden kann. ★½☆☆☆ 12. Oktober 2024 Filme & Serien I could do that. Why am I not doing that? – Dan Olson beim letzten XOXO Festival André Pitz Neulich ging das von meinem Domizil diesseits des Atlantiks aus immer mit großem Neid beobachtete XOXO Festival zum letzten Mal über die Bühne. Nun landen die Talks Stück für Stück auf Youtube und unter den ersten Videos ist auch der von mir bereits hier abgefeierte Dan Olson – passenderweise zum von mir im vorherigen Satz bemühten Thema Neid. Er beschreibt aus sehr persönlicher Sicht einen Struggle, den Menschen, die auch nur im entferntesten Sinne kreativ arbeiten, auch meiner Erfahrung nach sehr oft durchmachen. Ich kenne es jedenfalls nur zu gut, ein Video zu sehen, einen Podcast zu hören, einen Newsletter zu lesen, auf ein cooles Social-Format zu stoßen, einen Text zu verschlingen und hier und da zu sagen: „I could do that.“ Darauf folgt jedoch unweigerlich „Why am I not doing that?“ und die Spirale aus Selbstzweifeln und selbstblockierende Mechanismen nehmen überhand. Anyways, enjoy! „Dan Olson, Folding Ideas – XOXO Festival (2024)“ von YouTube anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube. Inhalt von YouTube immer anzeigen „Dan Olson, Folding Ideas – XOXO Festival (2024)“ direkt öffnen 11. Oktober 2024 Kunst & Kultur, Medien & Politik, Netzkultur, Videos Gesehen: Possession (1981) André Pitz „Possession (1981) – Official Trailer“ von YouTube anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube. Inhalt von YouTube immer anzeigen „Possession (1981) – Official Trailer“ direkt öffnen FR/DE, R: Andrzej Żuławski, D: Isabelle Adjani, Sam Neill, Margit Carstensen, Heinz Bennent, Johanna Hofer, Wikipedia POSSESSION ist ein Film, der wahrscheinlich an nur sehr wenigen Orten in dieser Form so gut funktioniert hätte, wie im geteilten Berlin. Hier wird die Stadt zu einem Vorhof der Hölle, weil sie selbst ein Ort ist, an dem immer noch das Böse aus nur scheinbar überwundenen Zeiten wohnt. Ein Ort, an dem Menschen in zwei verschiedene ideologische und räumliche Lager gezwängt werden. Wie ihre Stadt sind die Figuren zerfressen von Paranoia, Kontrollzwängen und ihren fragilen Egos. Die Männer, selbst irreparabel gebrochen, wollen nun um jeden Preis die Frauen mit in ihren Abgrund reißen. Andrzej Żuławski dreht daraus eine abgefahrene Rauscherfahrung, die mir wahrscheinlich noch ein ganzes Weilchen lang in den Knochen stecken wird. ★★★★½ 10. Oktober 2024 Filme & Serien Re-Release von David Lynchs Interview Project André Pitz Vor 15 Jahren veröffentlichte David Lynch eine von ihm produzierte Doku-Reihe unter Regie seines Sohnes Austin auf seiner Website. Der schlichte Titel: Interview Project. „Interview Project is a 20.000 mile road trip over 70 days across and back the United States. The team found the people driving along the roads, going into bars, going into different locations and there they were. The people told their story. It’s so fascinating to look and listen to people. What I hope people will get out of Interview Project is a chance to meet these people. It’s something that’s human and you can’t stay away from it.“ 121 Menschen erzählten Lynchs Team ihre Geschichte. Als David Lynch jedoch irgendwann seine Seite dichtmachte, verschwand auch das Projekt – bis heute. Jetzt sind alle Episoden wieder verfügbar – und zwar in HD aufbereitet und auf Youtube. (Aus unerfindlichen Gründen ist das Einbetten des Trailers ausgestellt, deshalb hier direkt die Playlist.) „David Lynch Presents Interview Project“ von YouTube anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube. Inhalt von YouTube immer anzeigen „David Lynch Presents Interview Project“ direkt öffnen 10. Oktober 2024 Videos Recherche-Tagebuch aus der Ukraine von Arndt Ginzel & Co. André Pitz Nachdem Russland die Ukraine im Februar 2022 überfiel, waren Arndt Ginzel und Kollegen sehr früh als Berichterstatter im Kriegsgebiet. Dabei sind verschiedenste Filme für ARD und ZDF entstanden – darunter auch der preisgekrönte WHITE ANGEL – DAS ENDE VON MARINKA (2023), der beim DOK Leipzig Premiere feierte und nun zum Dreiteiler umgeschnitten noch bis zum 20. Februar 2026 in der ZDF-Mediathek steht. Jetzt sind Ginzel und Kollegen wieder vor Ort unterwegs – und sie haben einen Youtube-Kanal eingerichtet, auf dem sie nun Tagebuchartig von ihrer aktuellen Recherche berichten und im vierten Video bereits ein konkretes Kriegsverbrechen dokumentieren. (Das habe ich hier jedoch bewusst nicht eingebettet, sondern nur das Auftaktvideo genommen.) „Reise in den Krieg: Erinnerungen an Kiew und ein überraschender Anruf von der Front“ von YouTube anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube. Inhalt von YouTube immer anzeigen „Reise in den Krieg: Erinnerungen an Kiew und ein überraschender Anruf von der Front“ direkt öffnen Mich faszinieren (auch berufsbedingt) derartige Einblicke immer extrem. Natürlich ist es aber auch super wichtig, sich immer wieder klarzumachen, dass das kein entertainiger Abenteuertrip, sondern lebensgefährlicher Ernst ist – für die Ukrainer*innen zudem beständig seit Jahren. 9. Oktober 2024 Medien & Politik, Videos Gesehen: Actual People (2021) André Pitz „Actual People | Feature Film Trailer | 2022 Slamdance Film Festival“ von YouTube anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube. Inhalt von YouTube immer anzeigen „Actual People | Feature Film Trailer | 2022 Slamdance Film Festival“ direkt öffnen US, R: Kit Zauhar, D: Kit Zauhar, Scott Mun, Tiye Amenechi, Isabelle Barbier, Mae Claire, Jackson Crook, Fraser Jones, Wikipedia Hier stimmt so viel: Die Figuren sind klar gezeichnet, klug beobachtet und ihnen kann trotz all ihrer vermeintlichen Fehler mit Empathie begegnet werden. Alleine aus Gründen meines Alters resoniert der Film in so vielen Momenten mit mir, meinen Erfahrungen und meinem Empfinden. Dennoch habe ich mir am Ende die Frage gestellt, ob diesem 2021(!) erschienenen Film tatsächlich noch etwas Produktives abzugewinnen ist. Denn letztlich lässt sich hier keine neue „Millennials in der Sinnkrise“-Facette abgewinnen. Es bleibt ein sehr authentisches, aber eben auch ein sehr abgegriffenes Befindlichkeitskino. ★★½☆☆ 9. Oktober 2024 Filme & Serien Gesehen: Alaska (2023) André Pitz „ALASKA Trailer German Deutsch (2023)“ von YouTube anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube. Inhalt von YouTube immer anzeigen „ALASKA Trailer German Deutsch (2023)“ direkt öffnen DE, R: Max Gleschinski, D: Christina Große, Pegah Ferydoni, Karsten Mielke, Milena Dreißig, Wikipedia Ein ganz zarter Hauch magischer Realismus weht hier durch Mecklenburg. Aber auch aus der Ruhe, der Lakonie und der vollzogenen Kreisbewegung heraus entstehen so viele zarte magische Momente ✨ Mit nur sehr wenigen Worten und einer klugen Figurenanordnung sowie -bewegung gelingt dem Film eine außergewöhnliche Auseinandersetzung mit dem Tod, Verlust, Schuld, Reue und Pflichtgefühl. Hier ist es der Tod eines Menschen, der die Hinterbliebenen nicht näher zusammenrücken lässt, sondern auf einen Schlag freilegt, was vorher unausgesprochen blieb und nun an die Oberfläche drängt. ★★★★☆ (Danke an Andreas Kötzing für die Empfehlung!) 8. Oktober 2024 Filme & Serien Gesehen: Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile (2019) André Pitz „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile Trailer #1 (2019) | Movieclips Trailers“ von YouTube anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube. Inhalt von YouTube immer anzeigen „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile Trailer #1 (2019) | Movieclips Trailers“ direkt öffnen US, R: Joe Berlinger, D: Zac Efron, Lily Collins, Kaya Scodelario, John Malkovich, Jim Parsons, Angela Sarafyan, Haley Joel Osment, Grace Victoria Cox, Forba Shepherd, Wikipedia Dem nachzufühlen, wie die Ikonenbildung Ted Bundys ablief, ist für eine Mainstream-Unternehmung wie diese hier ziemlich ambitioniert. Deshalb hat es mich auch nicht überrascht, dass der Film an dieser selbst gestellten Aufgabe scheitert. Geärgert hat mich letztlich vor allem die Art und Weise, wie das passiert. Wie konnte Ted Bundy seine Opfer, die Ermittler*innen, die Justiz und die Öffentlichkeit derart manipulieren? Der Film sucht nach Antworten darauf vor allem im charismatischen und eloquenten Auftreten Bundys. Jedoch braucht es natürlich auch sein System, das diese Eigenschaften potenziert. Neben dem eher ungeschickten öffentlichen Umgang mit Ted Bundy durch die Strafverfolgung ist jedoch festzuhalten: Ohne das absolut groteske Versagen des Journalismus und dessen Geifern nach True-Crime-Spektakel hätte es die „Ikone“ Ted Bundy wahrscheinlich in dieser Form nie gegeben. Der Film ignoriert all das jedoch nahezu komplett und macht sich damit derselben Fehler schuldig wie die Medien in Ted Bundys Fall: ihn als außergewöhnlichen Menschen mit fast schon magischen Kräften darstellen, anstatt das System hinterfragen, das hier so präzise missbraucht werden konnte. ★★☆☆☆ 7. Oktober 2024 Filme & Serien Gesehen: Nostalgia (2022) André Pitz „NOSTALGIA Trailer OmU (2023)“ von YouTube anzeigen Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen. Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube. Inhalt von YouTube immer anzeigen „NOSTALGIA Trailer OmU (2023)“ direkt öffnen FR/IT, R: Mario Martone, D: Pierfrancesco Favino, Francesco Di Leva, Tommaso Ragno, Aurora Quattrocchi, Sofia Essaïdi, Nello Mascia, Wikipedia Der Film beginnt mit einem Zitat von Pier Paolo Pasolini: „La conoscenza è nella nostalgia. Chi non si è perso non possiede.“ (Hier übersetzt mit: „Die Erkenntnis liegt in der Nostalgie. Wer nichts verloren hat, besitzt sie nicht.“) Aber ist Nostalgie nicht auch immer mit dem verklärten Blick auf sein vergangenes Selbst verbunden? Ist die Nostalgie nicht das, von dem wir uns als Menschen lösen müssen, um klare Sicht zu erlangen und so zur Erkenntnis zu gelangen? Damit hadert dieser Film. Denn die naive Brille der nostalgischen Verklärung abzusetzen, sich ernsthaft mit sich und seiner Schuld auseinanderzusetzen und schließlich auch mit sich selbst ins Gericht zu gehen, das beherrschen in absoluter Konsequenz nur wenige Menschen. Denn das erfordert Mut, Stärke und das Zulassen von Verletzlichkeit. ★★★½☆ 6. Oktober 2024 Filme & Serien 1 2 3 … 90 Older Posts < UberBlogr Webring >
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