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Nachhaltigkeit im Einzelhandel – Der Einzelhandel übernimmt Verantwortung
Nachhaltigkeit im Einzelhandel – Der Einzelhandel übernimmt Verantwortung Der Einzelhandel übernimmt Verantwortung – als Händler, als Produzent und als Inverkehrbringer – Rohstoffe Anhand von nachprüfbaren Kriterien und Standards werden die Beschaffenheit der Rohstoffe, deren Umweltwirkung sowie die Fertigungsbedingungen vor Ort genau kontrolliert. Produktion Der Einzelhandel fordert , fördert und kontrolliert die Einhaltung von Standards und spezifischer Kriterien durch seine Lieferanten oder in eigenen Produktionsstätten. Handel Verkaufs- und Lagerflächen sind ein enormer Energie- und Umweltposten im Handel. Die Branche sorgt für ein nachhaltiges Standortmanagement. Konsum Immer mehr Verbraucher wollen ökologisch und sozial verantwortlich konsumieren. Der Einzelhandel stellt sich diesen Kundenwünschen mit einer verantwortlichen Produkt- und Sortimentsgestaltung. Recycling Der Einzelhandel ist darauf angewiesen, dass neben Nahrungsmitteln auch andere natürliche Rohstoffe wie Holz, Metalle oder Wasser langfristig verfügbar bleiben. Er setzt sich daher für den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen in der gesamten Wertschöpfungskette ein – von der Rohstoffgewinnung über die umweltgerechte Entsorgung bis hin zum Recycling. Rohstoffe Unser Ziel: Die Herkunft der Rohstoffe, der verantwortliche Umgang mit Ressourcen und Umwelt sowie die Einhaltung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen müssen jederzeit nachvollziehbar sein. Lebensmittel Nonfood Bio und fair Lebensmittel Die Nachfrage nach Lebensmitteln aus nachhaltiger Herstellung steigt seit Jahren rasant an. Deshalb unterstützt der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) Initiativen für die nachhaltige Produktion von Rohstoffen wie Kaffee, Kakao, Palmöl und Blumen sowie von Fisch oder Fleisch. So setzt sich der Handel im Deutschen Kakaoforum e.V. dafür ein, die Lebensumstände der Kakaobauern und ihrer Familien zu verbessern. Damit heutige und künftige Generationen vom Kaffeeanbau gut leben können, arbeitet der LEH mit international anerkannten Organisationen zusammen wie zum Beispiel der Rainforest Alliance, Fairtrade, UTZ Certified und Organisationen hinter dem Bio-Siegel. Eine immer größere Rolle gewinnt der Tierschutz. So hat der LEH die Initiative Tierwohl gegründet und setzt sich für den nachhaltigen Fischfang ein. Nonfood Die nachhaltige Herstellung von Baumwolle und Holz sind Schwerpunkte nachhaltiger Rohstofferzeugung im Nonfood-Handel. So setzt sich die 2005 gründete Aid by Trade Foundation dafür ein, den Baumwollanbau umweltfreundlicher zu gestalten und zugleich die sozialen Verhältnisse in den Anbauländern zu verbessern. Das FSC Siegel garantiert, dass Holzprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Bio und fair 2015 lag der Bio-Umsatz in Deutschland bei 8,62 Mrd. Euro (7 Prozent des Umsatzes mit Lebensmitteln) – das ist eine Steigerung um rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gemessen am Gesamtumsatz ist Deutschland damit der größte Bio-Markt in Europa. Wer in Deutschland biologisch hergestellte Lebensmittel konsumieren möchte, kommt am Bio-Siegel nicht vorbei. Auf 978 Millionen Euro stieg 2015 der Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Deutschland. Für Produzentenorganisationen in Schwellen- und Entwicklungsländern bedeutet das höhere Verkäufe ihrer Rohstoffe unter Fairtrade-Bedingungen . Über den fairen Handel erhalten sie stabile Preise und eine zusätzliche Sozialprämie. Produktion Qualität, Sicherheit sowie die soziale und umweltbezogene Unbedenklichkeit sind zentrale Anforderungen an die Produktbeschaffung im Einzelhandel. Unabhängige Prüfer kontrollieren und dokumentieren die Aktivitäten für hochwertige sowie sozial- und umweltverträgliche Produkte und Prozesse. Soziale Verantwortung Ökologische Verantwortung Soziale Verantwortung Die Handelsunternehmen arbeiten intensiv daran, sichere und faire Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den Fabriken der Lieferanten sowie für die eigenen Mitarbeiter sicherzustellen. Als Orientierungsrahmen dienen dabei unter anderem die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, die OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen und die dreigliedrige ILO-Grundsatzerklärung. Mit der Business Social Compliance Initiative (BSCI ) haben Handel und Industrie eine gemeinsame Plattform für die unterschiedlichen europäischen Verhaltenskodizes und Überwachungssysteme sowie die Grundlage für ein gemeinsames Überprüfungssystem für Sozialstandards geschaffen. Kern der BSCI ist die Einhaltung der ILO Kernarbeitsnormen. Äquivalente Standards wie ETI (Ethical Trading Initiative), ICS (Initiative Clause Sociale), ICTI (International Council of Toy Industry), SA8000 (Social Accountability), FLA (Fair Labor Association), EICC (Electronic Industry Citizenship Coalition) werden ebenfalls von den Handelsunternehmen genutzt. Ökologische Verantwortung Die Vermeidung umwelt- und gesundheitsschädigender Substanzen in der Produktion von Lebensmitteln und Nonfood-Artikeln ist zentrales Ziel von Umweltmaßnahmen in der Produktion. So unterschreiten heute die meisten konventionell produzierten Lebensmittel , die über den Einzelhandel vertrieben werden, die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel-Rückstände. Die europäische Chemikalienverordnung REACH wird von den Unternehmen des Einzelhandels umgesetzt. Zahlreiche Unternehmen engagieren sich darüber hinaus im Rahmen des Detox-Kampagne von Greenpeace für die Vermeidung des Einsatzes von gefährlichen Chemikalien in der Textilproduktion. Handel Der Handel ist als einer der größten Energieverbraucher in Deutschland Vorreiter eines modernen Energieeffizienzmanagements. Seit 1990 konnte er seinen Kohlendioxidausstoß halbieren. Verkaufsfläche Grünes Bauen Logistik Verkaufsfläche Der Einsatz von Strom und Wärme auf den Verkaufsflächen des Einzelhandels ist eine notwendige Voraussetzung. Nur so können Kühlketten eingehalten, die Beleuchtung gewährleistet und für ein angenehmes Raumklima gesorgt werden. Der deutsche Einzelhandel setzt mit konkreten Schritten die Beschlüsse des Klimagipfels von Paris um. Elf führende Unternehmen des deutschen Einzelhandels kündigten in ihrer Klimaschutzerklärung 2016 Investitionen von mehr als 370 Millionen Euro in den Klimaschutz an. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien, die Nutzung natürlicher Kältemittel und Energieeffizienzmaßnahmen sparen die Unternehmen zusammen 110 Millionen kg CO2 ein. Gleichzeitig wird der Strombedarf um jährlich mehr als 200.000 MWh reduziert. Das entspricht dem privaten Jahresverbrauch einer Großstadt. Grünes Bauen Der Handel baut nach Möglichkeit klimaneutral. Dieses stellt besondere Anforderungen an die Gebäudehülle und verlangt einen besonders niedrigen Energieverbrauch. Das gelingt durch den Einbau modernster Techniken für mehr Energieeffizienz und weniger CO2 Ausstoß. Zudem wird Energie über Photovoltaik- oder Geothermie-Anlagen klimaneutral selbst erzeugt. Der Handel setzt neue Standards für seine Handelshäuser und ist dafür mehrfach ausgezeichnet und zertifiziert worden. Logistik Der Handel steht täglich vor der Herausforderung, die Waren kontinuierlich und klimabewusst in die Märkte zu transportieren. Daher werden ressourcenschonende Transportketten bevorzugt. Beispiel für das Engagement des Handels ist der Feldtest des ressourcenschonenden Lang-Lkw zur Verringerung des CO2-Verbrauchs bei eigenen Transporten und Speditionsaufträgen. Daneben werden wachsende Mobilitätsanforderungen der Verbraucher und die verkehrlichen Auswirkungen des E-Commerce berücksichtigt. Die Schaffung einer Ladesäuleninfrastruktur auf Handelsparkplätzen für E-Fahrzeuge gehört hier ebenso zu den Maßnahmen wie die geräuscharme Nachtanlieferung der Filialen in verkehrsarmen Nebenzeiten. Paketdienstleister übernehmen mit emissionsarmen Fahrzeugen die Auslieferung von Onlinebestellungen durch optimierte Routenplanungen. Konsum Sortimente aus Bio- und fairem Anbau werden inzwischen von allen Vertriebsformaten angeboten. Transparenz über die Herkunft, die Produktionsweise und den Energieverbrauch der Produkte spielt für die Verbraucher eine immer größere Rolle. Nachhaltige Produkte Ressourcen schonen Gut informiert Nachhaltige Produkte Die Verbraucher achten mehr denn je auf nachhaltige Qualität, egal ob bei Lebensmitteln, Textilien, Möbeln oder im Elektronikfachgeschäft. Bio-Produkte und regionale Lebensmittel stehen für eine umweltschonende Herstellung. 3.000 Produkte, darunter Kaffee, Kakao oder Bananen, tragen das Fairtrade-Siegel. Viele Unternehmen unterstützen den Aktionsplan des Bündnisses für nachhaltige Textilien. Ziel ist die sozial und ökologisch verantwortliche Textilherstellung. Ressourcen schonen Der Einzelhandel unterstützt seine Kunden gezielt bei der Reduzierung ihres Ressourcenverbrauchs und bei der Abfallvermeidung. Das spart Kosten und hilft der Umwelt. So konnte durch die Einrichtung der Getrenntsammlung die Verwertungsquote für Verpackungen aus Privathaushalten auf über 95 Prozent gesteigert werden. Elektroaltgeräte und Batterien können im Handel zurückgegeben werden, um Umwelteinträge zu vermeiden oder Wertstoffe zurück zu gewinnen. Auch die Menge von Lebensmittelabfällen im Handel konnte deutlich verringert werden. Der umweltschonende Einkauf am POS ist ein weiterer Schwerpunkt: Mit einer freiwilligen Bezahlpflicht für oder dem völligen Verzicht auf Kunststofftragetaschen will der Handel den Verbrauch weiter drastisch reduzieren. Gut informiert Egal ob zu Hause oder im Geschäft – die Kunden haben eine Vielzahl von Informationsmöglichkeiten über die Herkunft und die Herstellung von Produkten, damit sie jederzeit mit gutem Gewissen konsumieren können. Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg stärkt das Vertrauen der Kunden in die Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit der Sortimente. Zur besseren Orientierung setzt der Einzelhandel auf Label, die für die Zertifizierung nach bestimmten Qualitäts- oder Nachhaltigkeitsstandards bürgen. Auch die Eigenmarken des Handels werden entsprechend gekennzeichnet. Recycling Der Einzelhandel bekennt sich zu seiner Produktverantwortung, wie sie das Kreislaufwirtschaftsgesetz definiert. Im Vordergrund stehen dabei die Rücknahme und die umweltgerechte Entsorgung nach Gebrauch. Der Handel hat maßgeblich am Aufbau flächendeckender Rücknahme- und Verwertungsstrukturen in Deutschland mitgewirkt, das heute international als Vorreiter des Wertstoffrecyclings gilt. Abfallmanagement Verpackungen Elektroaltgeräte Abfallmanagement Abfallvermeidung und Recycling genießen im Einzelhandel aus ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten einen großen Stellenwert. Den größten Anteil am Abfall haben Papier, Pappe, Kartonagen (PPK), Kunststofffolien, Holz und Metallschrott. Zusammen mit den im Lebensmittelhandel zurückgenommenen bepfandeten Einweggetränkeverpackungen machen diese Wertstoffe mehr als die Hälfte des Abfalls aus. Dieser Anteil wird vollständig verwertet. Verpackungen Die Verpackungsverordnung verpflichtet die deutsche Wirtschaft , Verpackungen nach Gebrauch zurückzunehmen und bei deren Entsorgung mitzuwirken. Mit dem Dualen System haben Handel und Industrie ein flächendeckendes, bundesweites System der haushaltsnahen Erfassung von Verpackungen aus fast allen Materialen geschaffen. Über die Produzentenverantwortung für Verpackungen werden heute pro Jahr ca. 5,8 Mio. t Wertstoffe einer Verwertung zugeführt. Seit 1991 stieg die Verwertungsquote von Verkaufsverpackungen aus Privathaushalten von 37,3 % auf 95,6 %. Gleichzeitig wurden lt. Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) die Kosten für das System in den letzten 20 Jahren halbiert. Elektroaltgeräte Die Rücknahme von Elektroaltgeräten (EAG) hat im deutschen Einzelhandel Tradition. Bundesweit nehmen seit Jahren große Handelshäuser auf freiwilliger Basis Elektroaltgeräte zurück. Obwohl es hierzu in der Vergangenheit keine gesetzliche Verpflichtung gab, betrachten dies die Händler als wichtigen ökologischen Beitrag und als Service am Kunden. Auf diese Weise konnte der Handel mit dazu beigetragen, dass lt. UBA das EU-Ziel für 2016 (45 Prozent) bereits 2010 erreicht wurde. Ab 24. Juli 2016 gilt in Deutschland eine Rücknahmepflicht für EAG. 2024 © Handelsverband Deutschland Start Impressum/Datenschutz Downloads
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